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Presse Ausschnitte 

Adamas Quartett in Klosterneuburg: „Wir sind vierseitig“

Erstellt am 29. April 2024 | 05:00

NÖN 

Das Adamas Quartett fasziniert durch Musik, Schauspiel und bedachter Programmwahl: Claudia Sturm (1. Violine), Roland Herret (2. Violine), Stefanie Prenn (Violoncello), Anna Dekan (Viola)

Foto: NÖN/Nachbagauer

Musik, Schauspiel und Wissensvermittlung: Seit 21 Jahren besteht das Adamas Quartett und übermittelt durch Musik Emotionen und Spaß. Das bewies die Gruppe diese Woche in der Evangelischen Kirche auf ein Neues.

„Adamas“ kann viele Bedeutungen haben: Die Mutter Erde, „Wenig Männer“ und eben auch die, mit der sich die Gruppe heute identifiziert. Der rohe, ungeschliffene Diamant. Das Adamas Quartett sieht sich also als ewig schleifend: probend und interpretierend.

Dass dieses ewige Arbeiten auch Erfolge bringt, zeigte das Quartett am Freitag, 19. April in der Evangelischen Kirche. Sie spielten ein stark emotionales Programm mit Wut und Verzweiflung, aber auch dem vereinzelten Vogelgezwitscher. Vor jedem dieser Stücke vergnügte die Gruppe mit kleinen Sketches über vergangene Konzerte und Proben. Einleitend stellt sich das Quartett vor: „Wir sind das Adamas Quartett und wir sind vierseitig“.

Eine Beziehung mit vier Personen

Die Erste Geige, Claudia Sturm, gibt zwar den Takt an, aber das gesamte Spiel ist keine Diktatur sondern ein Gruppenprojekt. Solch eine musikalische Beziehung braucht viel Respekt und Toleranz. „Der Wunsch eines musikalischen Ausdruckes steht über Auseinandersetzungen“, erklärt Roland Herret, zweite Geige.

Auch die Cellistin Stefanie Prenn, die erst seit einem Jahr dabei ist, erzählt Gruselgeschichten von „misslungenen“ musikalischen Beziehungen. Gruppen, die getrennt Hotels und Flüge nehmen, um bei dem selben Konzert zusammen zu spielen. Wie gelingt es also hier so gut?

Anna Dekan, eines der Gründungsmitglieder, klärt das Mysterium auf: „Wir lachen unheimlich gerne miteinander, das ist unser Rezept der musikalischen Ehe“. Die Beziehungsarbeit besteht aus gemeinsamen Proben, gemeinsamen Reisen und Aktivitäten. Als ein Mitglied seit 21 Jahren kennt die Gründerin Flirts und musikalische Liebelein, aber das Adamas Quartett ist ihre längste Beziehung.

Wissensvermittlung: Jüdische Werke teilen

Neben der Unterhaltung des Publikums hat sich das Quartett auch die Wissensvermittlung, vor allem über verfemte jüdische Künstler vor und während der NS-Zeit, zur Aufgabe gemacht. Es hat sich mittlerweile ein Repertoireschwerpunkt solcher Werke herausgebildet. So findet etwa Felix Mendelssohn Bartholdy - ein jüdischer Komponist aus dem 19. Jahrhundert, einen Platz in dem Programm von diesem Freitag.

Salzburger Nachrichten

Stimmen zum Adamas Quartett

"Das Adamas Quartett ist ein hervorragendes junges Ensemble, welches nicht nur zu einem persönlichen Stil gefunden hat, sondern das sich nicht scheut, jene Musik in ihr Repertoire aufzunehmen, welche durch ein barbarisches Regime zum Verstummen gebracht wurde. Der Verein exil.arte freut sich über die gelungene CD-Produktion. Das Adamas Quartett geht sicher nicht den Weg des „geringsten Widerstands“; im Gegenteil ist die Wahl seines Repertoires kantig und grob geschliffen. Das ist aber für ein hervorragendes junges Ensemble heute wichtiger denn je. Ihre Wahl von Werken von Pavel Haas, Ernst Krenek, Erich Wolfgang Korngold u.a. verfemten Komponisten ist daher ein wichtiger Kommentar zur Gegenwart und ein Wegweiser in die Zukunft."

Prof. Dr. Gerold Gruber, Obmann des Vereins exil.arte
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